Reiterlicher Werdegang

Wie bei so vielen begann meine Reiterliche Laufbahn mit Ponyreiten und Voltigieren, später ritt ich dann verschiedene Vereinspferde auf kleineren Turnieren. 1988 erwarb ich das Reitabzeichen in Bronze. Kurz darauf erfolgte eine längere Reitpause. Mit 22 Jahren fing ich dann wieder an zu reiten. Weiterlesen

Horses Inside Out Conferenz «Stuctur and Funktion» 24. und 25. Februar 2018

Ich lernte Gillian Higgins an einem Seminar in der Schweiz kennen, dort hörte ich zum ersten Mal, dass sie eine Konferenz mit verschiedenen Referenten durchführt. Mein Interesse war geweckt und so flog ich mit Marco, Steffi und Katrin nach Birmingham.

Was soll ich sagen, die Veranstaltung war grossartig! Ich versuche immer noch das ganze Wissen und die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

 

Am ersten Tag startete die Konferenz mit einem grossartigen Vortrag von Dr. Andrew Hemmings zum Thema: Functional Poperties oft he Equine Nervous System. In diesem Vortrag ging es um verschiedenen Lernstudien (wie lernt ein Pferd) und ob Pferde die Koppen oder Weben anders lernen als «normale» Pferde. Erstaunlicherweise lernen Pferde die Koppen und Weben signifikant schneller als andere Pferde. Allerding halten sie auch an dem einmal gelernten sehr lange fest.  Das bedeutet das sie auch falsche Dinge sehr schnell lernen und an dem einmal gelernten festhalten. 

Der zweite Vortrag war von Sharon May-Davis, Congenital Malformation of C6 and C7.  Die schweren Stürze im Rennsport, inspirierten Sharon diesen Näher auf den Grund zu gehen.  Sharon führte sehr viel Autopsien an toten Rennpferden durch, bei sehr vielen fand sie knöcherne Veränderungen an C6 und C7. Häufig fehlten teile des Knochens oder die knöchernen Austrittstellen für die Nerven waren verengt. Diese Veränderungen wurden zum Teil auch schon bei Fohlen gefunden, sie waren also nicht durch das Training erworben, sondern vererbt. In weiteren Untersuchungen konnten solche Veränderungen auch bei Warmblütern gefunden werden. Lediglich bei sehr Naturnahen Rassen oder bei Wildpferden wurde keinerlei Veränderungen gefunden. Sharon wird dieses Jahr noch eine Studie bei Warmblütern in Holland durchführen, wir dürfen auf die Ergebnisse gespannt sein.

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema findet man hier:
https://thehorsesback.com/tag/sharon-may-davis/

Anschliessend folgte ein sehr unterhaltsamer Vortrag von Mark Trussler Farriery: Understanding and Managing Conformational Weakness. Hier ging es darum wie man mit einem korrekten Hufbeschlag, Pferden mit Stellungsfehlern, unterstützen kann. Der Vortrag wurde mit sehr viel Bildmaterial unterlegt so dass jeder die Veränderungen gut nachvollziehen konnte.

Am Nachmittag folgte dann ein Vortrag von Chris Pearce: Dental Structure and Conformation. Sehr interessant mit leider auch sehr gruseligen Bildern.  Nach dem Vortrag von Chris Pearce war jedem klar: eine regelmässige Zahnkontrolle ist für jedes Pferd unerlässlich! 

Der letzte Vortrag war von Dr. Pat Harries: Understanding How the Digestive Tract Functions can Help to Reduce the Risk of Problems. Magengeschwüre bei Pferden sind ja ein grosses Thema. Dr. Harries erklärte sehr anschaulich die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten von den Verdauungssystemen von Pferd, Hund und Kuh. Was beim Pferd besonders zu beachten ist und warum es hier häufig zu Problemen kommt.
https://www.waltham.com/waltham-research/equine-research/

Zum Abschluss gab es dann noch eine grosse Fragerunde bei der alle Referenten für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung standen.

Am zweiten Tag waren wir dann schon ganz schön müde, so viele Informationen, phuu das musste man erst mal Verarbeiten. 

Wir starteten mit einem Vortrag von Tuulia Luomala: The Fascial System oft he Horse. Force Transmission and what you should know about it.  Ein sehr spannender Vortrag über die Funktion der Faszien, mit sehr vielen eindrücklichen Filmen, was alles bewegt wird, wenn man an einer Faszie zieht. Wo es überall Faszien gibt (wirklich überall) und wie wichtig es ist, das sie in einem geschmeidigen Zustand sind.

Anschliessend folgte ein Vortrag von Christopher Bartle «What makes a 4*Event Horse. Herr Bartle referierte über die körperlichen und die mentalen Fähigkeiten eines Vielseitigkeitspferdes.  Sehr wichtig ist sicherlich ein möglichst korrekter Körperbau, ein guter Schritt und ein raumgreifender Galopp. Fast noch wichtiger sind aber die mentalen Fähigkeiten des Pferdes, gerade im Gelände braucht man ein Pferd das klar im Kopf ist und souverän die Hindernisse angeht.  Er gab aber auch zu bedenken das es immer wieder Ausnahmepferde gibt, die eigentlich keine guten Voraussetzungen für ein Vielseitigkeitspferd haben und trotzdem sehr erfolgreich sind.

Darauf folgte der Vortrag The Pelvis: Where it all starts von David Bainbridge. Ein sehr detaillierter Vortrag über die Evolution des Beckens, wie es entstanden ist, was für Funktionen es hat und wie unterschiedlich es bei verschiedenen Tieren gebaut ist.

Saddle Fitting, Structure and Fuction von Anne Bondi. Frau Bondi stellte eine Studie vor, in der man den Einfluss des Reiters, auf die Sattelpassform untersucht hat. Zu diesem Zweck wurden Reiter mit unterschiedlichem Gewicht und unterschiedlichem Können auf das gleiche Pferd gesetzt. Die Studie ist noch nicht ganz fertig aber es gab dennoch ein paar klare Tendenzen. Ein guter Reiter sorgt dafür das der Sattel am Platz bleibt.  Bei Anfänger die selber noch Probleme mit ihrem Gleichgewicht haben, rutschte der Sattel viel häufiger auf eine Seite oder/und vor und zurück. Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei sehr übergewichtigen Reitern.

Zum Schluss gab es noch einmal einen Vortrag von Sharon May-Davis:  Femoral Asymmetry in Thoroughbred Racehorses  Raced and Traine in One Drirection. In Australien und in England ist es wohl üblich das Rennpferde (je nach dem auf welcher Rennbahn sie trainiert werden) immer nur in eine Richtung trainiert werden (z.B. Rechtsgalopp, wenn auf der Rennbahn die Rennen rechts herumgehen). Dieses ist mir von Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht bekannt, hier wird wohl in beide Richtungen trainiert. Dieses einseitige Training in jungen Jahren führt auf jeden Fall zu starken Veränderungen im Femur (Oberschenkelknochen).  Die Fotos waren auf jeden Fall sehr eindrücklich. Auch am zweiten Tag gab es zum Abschluss wieder eine Fragerunde.

Mein Fazit: Die Veranstaltung war wirklich sehr informativ und auf einem hohen Niveau. Man kommt auch sehr gut mit, wenn man nicht gerade super gut Englisch kann.  Von mir auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.

Bilder von der Veranstaltung und vom Besuch in Burghley

Weiterbildung

Physikalische Therapie
Letztes Wochenende war ich wieder im kalten Bopfingen. Zum Glück waren wir dieses Mal sehr viel in den Theorieräumen, so dass es uns nicht allzu kalt wurde. Hauptthema war das Einsatzgebiet und die Wirkungsweise von Physikalischen Hilfsmitteln wie TENS, Hochfrequenzströmen, Magnetfelddecken, Laser usw. Aber auch einfache Methoden wie Heisse Rolle, Wasser und Eisanwendungen sowie Fangopackungen wurden besprochen.
Insgesamt war es wieder ein spannendes Wochenende, ausser vielen Informationen, hat man auch wieder das ein oder andere bekannte Gesicht getroffen.

2018

Ich wünsche allen Reitschülern, Freunden und Bekannten ein gutes neues Jahr, Erfolg bei all euren Plänen und Projekten, sowie Gesundheit für alle Zwei- und Vierbeiner.
2017 war zum Schluss noch sehr turbulent, ich bin mit meinen Pferden umgezogen und leider hat sich Ronja ganz blöd am Kopf verletzt. Da wurde mir mal wieder bewusst, dass man alles noch so gut planen und organisieren kann, es kommt halt leider häufig doch anders als man denkt!
Für 2018 stehen wieder einige Kurse mit Richard Hinrichs, Ruth Giffels und Desmond O`Brian auf dem Programm. Des Weiteren möchte ich meine Ausbildung als Pferdephysiotherapeutin (DIPO) abschliessen. Ganz besonders freue ich mich auch auf die Konferenz mit Gilian Higgins (Horses inside out), die bereits im Februar stattfindet, das werden sicherlich zwei sehr interessante Tage in England.
Auf ein erfolgreiches 2018

Eure Angela

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20-jähriges Jubiläum IG Damensattel Österreich

Am Sonntag den 25. Juni fand die 20-jährige Jubiläumsfeier der Interessengemeinschaft Damensattel Österreich statt. Der wunderschöne Schweizerhof der Familie Dressler, bot ein standesgemässes Ambiente für diesen Event, fühlte man sich doch gleich in die Jahrhundertwende zurückversetzt.
Neben einem abwechslungsreichen Showprogramm, wurden auch Vorträge zum Reiten im Damensattel geboten. Frau Dorothea Baumann-Pellny stellte Auszüge aus ihrem Buch vor und lies uns an ihrer langjährigen Erfahrung teilhaben. Im Anschluss referierte Desmond ‘ Brian, über das 20-jährige Vereinsleben mit zahlreichen Anekdoten. Wer es gerne etwas kurzweiliger haben wollte, konnte durch die liebevoll dekorierte Ausstellung flanieren und sich altes und neues Rund um den Damensattel anschauen.
Neben zahlreichen alten Freunden konnte man auch neue Bekanntschaften schliessen, sich mit anderen Damensattelvereinen austauschen oder einfach das Showprogramm geniessen.
Wer sich für das Reiten im Damensattel interessiert, dem sei das ebenfalls 20-jährige Jubiläum des Damensattel Vereins Deutschland am 11. November 2017 ans Herz gelegt.