Reitkurs mit Desmond O´Brian 10. /11. Mai 2018

Anfang Mai hatten wir wieder einen zweitägigen Reitkurs mit Desmond. Die Stimmung war, trotz kühlem Wetter, super und wir konnten wieder sehr viele Anregungen für die Arbeit zu Hause mitnehmen. Dieses Mal konnte ich Jenny Hoffmann mit ihrer Stute Kenza, für das Damensattelreiten begeistern. Die beiden haben das super gemeistert und waren gleich in allen drei Gangarten unterwegs.
Alea und ich haben an den Seitengängen im Damensattel gefeilt, gerade die Linkstraversalen hatten es in sich. Aber wenn die Reiterin endlich mal ordentlich sitzt, dann klappen auch die.
Besonders gefreut habe ich mich über unsere Fortschritte bei der Passage. Alea macht schon sehr schöne Tritte und auch in der Galopparbeit sind wir ordentlich vorangekommen.

Ein besonderes Highlight war unser Quadrille Training, für das zweite Mal üben sah es schon ganz ordentlich aus. Desmond hat uns dann auch gleich ein paar neue Figuren reiten lassen, die wir allerdings noch etwas üben müssen.

Vielen Dank an alle Teilnehmer die den Kurs immer zu etwas Besonderem machen.

Morgenarbeit bei Ruth Giffels 29.04.2018

Auch dieses Jahr haben wir bei der Morgenarbeit mitgeholfen (na ja hauptsächlich Marco mit fotografieren). Es war ein tolles Wochenende mit vielen lieben Freunden (die man leider immer zu wenig sieht) und natürlich mit einem spannenden Programm. Frau Dr. Diana Stucke referierte über «Die Sprache des Pferdes» und Ruth ritt und kommentierte verschiedenen Pferd und Reiterpaare. Dazu gab es auch immer Feedback von Frau Dr. Stucke zum aktuellen «Gesichtsausdruck» des Pferdes. Eine sehr gelungene Veranstaltung, die mal einen anderen Bereich des Trainings und der Ausbildung beleuchtete.
Mit neuen Eindrücken und fachlichen Inputs haben wir dann am Sonntag den Heimweg angetreten und freuen uns natürlich schon auf nächstes Jahr.

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Reitkurs mit Richard Hinrichs, April 2018

Der Wettergott meinte es gut mit uns und so konnten wir bei ca. 20 Grad und Sonnenschein ein tolles Kurswochenende erleben. Unser Schwerpunkt lag dieses Wochenende bei Piaffe und Passage, wir haben aber auch kurz die Wechsel und die Anfänge der Galopp-Pirouette angeschaut. Bei der Piaffe kam es uns vor allem darauf an, das Alea die Schultern mehr hebt. Dies erreichten wir mit unterschiedlichen Ansätzen z.B bei der Piaffe an der Hand mit zwei Gerten arbeiten und auch vorne touchieren und einen grossen Tritt abverlangen. Unter dem Reiter vor allem durch Trab- Piaffe- Trab oder auch Piaffe- Galopp- Piaffe. Ein paar gute Tritte mit mehr Vorhandaktion konnten wir Alea bereits entlocken.
Für die Passage haben wir im Trab das Sprunggelenk touchiert, um eine stärkere Winkelung der Hinterhand zu erreichen. Da Pferde sehr «harmoniebedürftig» sind zeigen sie dann meistens auch vorne einen deutlich ausdruckstärkeren Tritt.
Für die Pirouette sind wir auf dem zweiten Hufschlag im Aussengalopp angaloppiert, haben vor der Ecke eine ¼ Pirouette geritten und sind dann anschliessen im Kruppeherein an der langen Seit weitergaloppiert. Als Variante kann man auch im Handgalopp Schulterherein reiten, das Pferd in Revers schauen und umspringen lassen, danach geht es vor der Ecke mit ¼ Pirouette weiter und anschliessen im Kruppeherein an der langen Seit entlang.
Bis zum nächsten Kurs haben wir jetzt einiges zum Üben.

Reiterlicher Werdegang

Wie bei so vielen begann meine Reiterliche Laufbahn mit Ponyreiten und Voltigieren, später ritt ich dann verschiedene Vereinspferde auf kleineren Turnieren. 1988 erwarb ich das Reitabzeichen in Bronze. Kurz darauf erfolgte eine längere Reitpause. Mit 22 Jahren fing ich dann wieder an zu reiten. Weiterlesen

Horses Inside Out Conferenz «Stuctur and Funktion» 24. und 25. Februar 2018

Ich lernte Gillian Higgins an einem Seminar in der Schweiz kennen, dort hörte ich zum ersten Mal, dass sie eine Konferenz mit verschiedenen Referenten durchführt. Mein Interesse war geweckt und so flog ich mit Marco, Steffi und Katrin nach Birmingham.

Was soll ich sagen, die Veranstaltung war grossartig! Ich versuche immer noch das ganze Wissen und die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

 

Am ersten Tag startete die Konferenz mit einem grossartigen Vortrag von Dr. Andrew Hemmings zum Thema: Functional Poperties oft he Equine Nervous System. In diesem Vortrag ging es um verschiedenen Lernstudien (wie lernt ein Pferd) und ob Pferde die Koppen oder Weben anders lernen als «normale» Pferde. Erstaunlicherweise lernen Pferde die Koppen und Weben signifikant schneller als andere Pferde. Allerding halten sie auch an dem einmal gelernten sehr lange fest.  Das bedeutet das sie auch falsche Dinge sehr schnell lernen und an dem einmal gelernten festhalten. 

Der zweite Vortrag war von Sharon May-Davis, Congenital Malformation of C6 and C7.  Die schweren Stürze im Rennsport, inspirierten Sharon diesen Näher auf den Grund zu gehen.  Sharon führte sehr viel Autopsien an toten Rennpferden durch, bei sehr vielen fand sie knöcherne Veränderungen an C6 und C7. Häufig fehlten teile des Knochens oder die knöchernen Austrittstellen für die Nerven waren verengt. Diese Veränderungen wurden zum Teil auch schon bei Fohlen gefunden, sie waren also nicht durch das Training erworben, sondern vererbt. In weiteren Untersuchungen konnten solche Veränderungen auch bei Warmblütern gefunden werden. Lediglich bei sehr Naturnahen Rassen oder bei Wildpferden wurde keinerlei Veränderungen gefunden. Sharon wird dieses Jahr noch eine Studie bei Warmblütern in Holland durchführen, wir dürfen auf die Ergebnisse gespannt sein.

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema findet man hier:
https://thehorsesback.com/tag/sharon-may-davis/

Anschliessend folgte ein sehr unterhaltsamer Vortrag von Mark Trussler Farriery: Understanding and Managing Conformational Weakness. Hier ging es darum wie man mit einem korrekten Hufbeschlag, Pferden mit Stellungsfehlern, unterstützen kann. Der Vortrag wurde mit sehr viel Bildmaterial unterlegt so dass jeder die Veränderungen gut nachvollziehen konnte.

Am Nachmittag folgte dann ein Vortrag von Chris Pearce: Dental Structure and Conformation. Sehr interessant mit leider auch sehr gruseligen Bildern.  Nach dem Vortrag von Chris Pearce war jedem klar: eine regelmässige Zahnkontrolle ist für jedes Pferd unerlässlich! 

Der letzte Vortrag war von Dr. Pat Harries: Understanding How the Digestive Tract Functions can Help to Reduce the Risk of Problems. Magengeschwüre bei Pferden sind ja ein grosses Thema. Dr. Harries erklärte sehr anschaulich die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten von den Verdauungssystemen von Pferd, Hund und Kuh. Was beim Pferd besonders zu beachten ist und warum es hier häufig zu Problemen kommt.
https://www.waltham.com/waltham-research/equine-research/

Zum Abschluss gab es dann noch eine grosse Fragerunde bei der alle Referenten für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung standen.

Am zweiten Tag waren wir dann schon ganz schön müde, so viele Informationen, phuu das musste man erst mal Verarbeiten. 

Wir starteten mit einem Vortrag von Tuulia Luomala: The Fascial System oft he Horse. Force Transmission and what you should know about it.  Ein sehr spannender Vortrag über die Funktion der Faszien, mit sehr vielen eindrücklichen Filmen, was alles bewegt wird, wenn man an einer Faszie zieht. Wo es überall Faszien gibt (wirklich überall) und wie wichtig es ist, das sie in einem geschmeidigen Zustand sind.

Anschliessend folgte ein Vortrag von Christopher Bartle «What makes a 4*Event Horse. Herr Bartle referierte über die körperlichen und die mentalen Fähigkeiten eines Vielseitigkeitspferdes.  Sehr wichtig ist sicherlich ein möglichst korrekter Körperbau, ein guter Schritt und ein raumgreifender Galopp. Fast noch wichtiger sind aber die mentalen Fähigkeiten des Pferdes, gerade im Gelände braucht man ein Pferd das klar im Kopf ist und souverän die Hindernisse angeht.  Er gab aber auch zu bedenken das es immer wieder Ausnahmepferde gibt, die eigentlich keine guten Voraussetzungen für ein Vielseitigkeitspferd haben und trotzdem sehr erfolgreich sind.

Darauf folgte der Vortrag The Pelvis: Where it all starts von David Bainbridge. Ein sehr detaillierter Vortrag über die Evolution des Beckens, wie es entstanden ist, was für Funktionen es hat und wie unterschiedlich es bei verschiedenen Tieren gebaut ist.

Saddle Fitting, Structure and Fuction von Anne Bondi. Frau Bondi stellte eine Studie vor, in der man den Einfluss des Reiters, auf die Sattelpassform untersucht hat. Zu diesem Zweck wurden Reiter mit unterschiedlichem Gewicht und unterschiedlichem Können auf das gleiche Pferd gesetzt. Die Studie ist noch nicht ganz fertig aber es gab dennoch ein paar klare Tendenzen. Ein guter Reiter sorgt dafür das der Sattel am Platz bleibt.  Bei Anfänger die selber noch Probleme mit ihrem Gleichgewicht haben, rutschte der Sattel viel häufiger auf eine Seite oder/und vor und zurück. Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei sehr übergewichtigen Reitern.

Zum Schluss gab es noch einmal einen Vortrag von Sharon May-Davis:  Femoral Asymmetry in Thoroughbred Racehorses  Raced and Traine in One Drirection. In Australien und in England ist es wohl üblich das Rennpferde (je nach dem auf welcher Rennbahn sie trainiert werden) immer nur in eine Richtung trainiert werden (z.B. Rechtsgalopp, wenn auf der Rennbahn die Rennen rechts herumgehen). Dieses ist mir von Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht bekannt, hier wird wohl in beide Richtungen trainiert. Dieses einseitige Training in jungen Jahren führt auf jeden Fall zu starken Veränderungen im Femur (Oberschenkelknochen).  Die Fotos waren auf jeden Fall sehr eindrücklich. Auch am zweiten Tag gab es zum Abschluss wieder eine Fragerunde.

Mein Fazit: Die Veranstaltung war wirklich sehr informativ und auf einem hohen Niveau. Man kommt auch sehr gut mit, wenn man nicht gerade super gut Englisch kann.  Von mir auf jeden Fall eine absolute Empfehlung.

Bilder von der Veranstaltung und vom Besuch in Burghley